1.FC Köln


Zu ihrem allerersten Bundesligaspiel mussten die Kickers am 17. August 1968 beim 1.FC Köln antreten. Es war zugleich die erste Begegnung dieser beiden Vereine, die sich in den folgenden Jahren in Liga und Pokal zahlreiche erbitterte Duelle liefern sollten. Gerd Becker gelang dabei das erste Offenbacher Bundesligator, was aber nichts an der 2:1-Niederlage änderte. Das Rückspiel gewann der OFC durch ein Tor von Becker und zwei Treffern von Egon Schmitt mit 3:1.

Der wichtigste Sieg gegen den 1.FC Köln gelang den Kickers am 29. August 1970 im DFB-Pokalfinale. Vor 50.000 Zuschauern in Hannover besiegte der gerade zum zweiten Mal in die Bundesliga aufgestiegene OFC den haushohen Favoriten mit 2:1. Die Offenbacher Taktik mit den beiden schnellen Stürmern „Johnny“ Winkler und „Pille“ Gecks brachte die Kölner Abwehr ein ums andere Mal in größte Verlegenheit. Beide Angreifer erzielten je ein Tor und sorgten damit für eine beruhigende 2:0-Führung. Doch nachdem Hennes Löhr in der 73. Minute auf 2:1 verkürzen konnte erhöhten die Kölner noch einmal den Druck. In der 81. Minute wären die Kickers fast um den verdienten Lohn gebracht worden, als Schiedsrichter Schulenburg nach einem Schwächeanfall des Kölner Stürmers Bernd Rupp auf Strafstoß entschied. Dieser konnte jedoch erst Minuten später ausgeführt werden, nachdem es auf dem Platz zu Tumulten gekommen war. Torwart Karlheinz Volz parierte schließlich gegen Werner Biskup und hielt damit den Sieg fest.

Kickers-Keeper Volz hält den Elfmeter von Biskup- Der OFC ist DFB-Pokalsieger 1970

 

Gut zwei Monate später besiegte der OFC den FC auch in der Bundesliga. Beim 4:1 auf dem Bieberer Berg traf Erwin Kremers doppelt. Doch den Kölnern sollte noch in derselben Saison die Revanche gelingen: Durch einen 4:2-Sieg am letzten Spieltag schossen sie die Kickers am 5. Juni 1971 zurück in die Zweitklassigkeit, weil gleichzeitig Arminia Bielefeld und Rot-Weiß Oberhausen überraschend punkten konnten. Einen Tag später deckte OFC-Präsident Horst-Gregorio Canellas auf der Feier anlässlich seines 50. Geburtstags den Bundesligaskandal auf, in den auch der Kölner Torwart Manfred Manglitz verwickelt war. Er wurde wegen Bestechlichkeit zunächst lebenslang gesperrt und spielte nach seiner Begnadigung 1974 nie wieder in der Bundesliga.

 

Auch im Pokal konnte sich der FC in den kommenden Jahren für die Finalniederlage von 1970 revanchieren. Nachdem die nunmehr zweitklassigen Kickers am 12. Februar 1972 das Achtelfinal-Hinspiel in Offenbach mit 3:1 für sich entscheiden konnten, gewannen die Kölner das Rückspiel elf Tage später mit 4:0. In der Folgesaison trafen die beiden Vereine im Halbfinale aufeinander, wobei der FC bereits das Hinspiel klar mit 5:0 gewann. Im Rückspiel kamen die Kickers nicht über ein 1:1 hinaus. Somit zog die Geisbockelf ins Endspiel ein, wo sie durch einen Sonntagsschuss von Günter Netzer gegen ihren rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach unterlag.

 

Im Sommer 1973 wechselte der 19-jährige Dieter Müller, der beim OFC keine Chance hatte, an Mittelstürmer Erwin Kostedde vorbeizukommen, zum 1.FC Köln. Bereits am 22. September 1973 dämmerte es den Kickers, dass es wohl ein Fehler war, das Sturmtalent ziehen zu lassen. An diesem Tag erzielte Müller nämlich beide Tore beim Kölner 2:0-Sieg gegen den OFC. Auch im Rückspiel, das der FC mit 2:1 gewann, erzielte er den Siegtreffer.

Am 21. September 1974 gelang den Kickers der erste und bislang einzige Auswärtssieg beim 1.FC Köln. Das goldene Tor erzielte Winfried Schäfer fünf Minuten vor dem Abpfiff. Der Held des Tages war aber Torwart Fred Bockholt, der zuvor zwei Strafstöße von Hennes Löhr und Harald Konopka gehalten hatte. Dafür gewann der FC das Rückspiel in Offenbach mit 4:1, wobei Dieter Müller ein Doppelpack gelang. Beim 1:5 am drittletzten Spieltag der Bundesliga Saison 1975/76 traf Müller erneut gegen Kickers und auch am 29. Juli 1977 beim 0:4 in der 1. Runde des DFB-Pokals erzielte er zwei Tore.

Die letzten Bundesligaspiele zwischen den Kickers und den Domstädtern fanden in der Saison 1983/84 statt. Das Hinspiel in Köln gewann der FC durch ein Tor von Klaus Fischer knapp mit 1:0. Sechs Wochen später gab es in der 2. Runde des DFB-Pokals ein deutliches 6:2 für die Kölner. Das Rückspiel gewannen die Kickers am 4. Februar 1984 dank der Tore von Michael Kutzop und Uwe Bein mit 2:0. Es war zugleich das erste Bundesligaspiel des 18-jährigen Oliver Reck, dem Trainer Lothar Buchmann den Vorzug gegenüber Stammkeeper Valentin Herr gegeben hatte.

15 Jahre später trafen sich die beiden Clubs in der 2. Bundesliga wieder. Am 15. Oktober 1999 war der OFC vor 21.000 Zuschauern auf dem Bieberer Berg die spielbestimmende Mannschaft, verlor jedoch durch ein Eigentor von Torhüter Goran Curko, der in der Nachspielzeit eine harmlose Flanke von Michael Rösele ins eigene Tor lenkte, mit 0:1. Im Rückspiel machte dieser seinen Fehler wieder gut als er in der letzten Minute einen Elfmeter von Christian Timm parierte und somit das 1:1 festhielt. Marco Grevelhörster hatte die Kickers mit seinem einzigen Tor, das er jemals für den OFC erzielte, in Führung gebracht. Dabei kollidierte er aber mit dem Kölner Torwart Markus Pröll und erlitt einen Bandscheibenvorfall infolgedessen er seine Karriere beenden musste.

2005 war ein gutes Jahr für beide Vereine: Köln stieg in die Bundesliga, Offenbach in die 2. Bundesliga auf. Nachdem die Kickers mit zwei Siegen in die Saison gestartet waren sorgten sie mit einem 3:1-Sieg gegen Köln auch im DFB-Pokal für eine Überraschung. Markus Feulner hatte die Gäste zwar in Führung gebracht, scheiterte in der Folge jedoch mehrfach freistehend an OFC-Keeper Sead Ramovic und versäumte es somit, den Sack zuzumachen. Als Kölns Andrew Sinkala nach 55 Minuten des Feldes verwiesen wurde kippte die Partie. Oualid Mokhtari und Suat Türker drehten das Spiel zu Gunsten der Kickers, ehe Christian Rahn vier Minuten vor Schluss mit einem Eigentor für die Entscheidung sorgte.

Nach dem sofortigen Wiederabstieg der Kölner kam es in der Saison 2006/07 zu einem Wiedersehen in der 2. Liga. Das Hinspiel gewann der OFC durch Treffer von Dino Toppmöller und Oualid Mokhtari mit 2:0. Am vorletzten Spieltag kam es in Köln zum Rückspiel, bei dem Anestis Agritis den Kickers mit seinem Kopfballtor zum 2:2 einen Punkt rettete. Dank dieses Treffers genügte den Kickers eine Woche später ein 1:1 gegen Eintracht Braunschweig, um die Klasse zu halten.

In der darauffolgenden Saison setzte es für den OFC zwei deutliche Niederlagen. In Köln ließ Torhüter Daniel Endres bereits nach zwei Minuten einen Freistoß von Adil Chihi durch die Hände gleiten. Am Ende verloren die Kickers mit 4:1. Im Rückspiel ging der OFC durch Thorsten Judt zwar schon in der 2. Spielminute in Führung, unterlag schließlich jedoch mit 1:3 und stieg am Saisonende aus der 2. Bundesliga ab.

Szene aus dem Jahr 2007: Christian Müller gegen Kölns Adil Chihi

 

Alle Pflichtspiel-Ergebnisse aus Sicht des OFC

Saison

Liga

Heim

Auswärts

Neutral

1968/69

Bundesliga

3:1

1:2

 

1969/70

DFB-Pokal, Finale in Hannover

 

 

2:1

1970/71

Bundesliga

4:1

2:4

 

1971/72

DFB-Pokal, Achtelfinale

3:1

0:4

 

1972/73

Bundesliga

2:3

1:1

 

DFB-Pokal, Halbfinale

1:1

0:5

 

1973/74

Bundesliga

1:2

0:2

 

1974/75

Bundesliga

1:4

1:0

 

1975/76

Bundesliga

1:5

0:4

 

1977/78

DFB-Pokal, 1. Runde

0:4

 

 

1983/84

Bundesliga

2:0

0:1

 

DFB-Pokal, 2. Runde

 

2:6

 

1999/00

2. Bundesliga

0:1

1:1

 

2005/06

DFB-Pokal, 1. Runde

3:1

 

 

2006/07

2. Bundesliga

2:0

2:2

 

2007/08

2. Bundesliga

1:3

1:4

 

Bilanz: 28 Spiele, 8 Siege, 4 Unentschieden, 16 Niederlagen